(Netzbetreiber)
Ein Carrier ist ein Unternehmen, das Telekommunikationsnetze betreibt beziehungsweise Telekommunikationsdienste anbietet.
Durch die zunehmende Konvergenz und die Verlagerung der Telekommunikationsdienste in IP-Netze sind Carrier nicht nur die klassischen Festnetz- und Mobilfunkanbieter, sondern immer häufiger auch etwa Internet Service Provider (ISPs, Internet Carrier), VoIP-Anbieter oder Betreiber von TV-Kabelnetzen. Gleichzeitig bieten auch immer mehr klassische Carrier nicht nur Sprachtelefondienste, sondern auf dem Internetprotokoll basierende Services an.
Carrier verfügen entweder über eigene Netze oder über wesentliche Komponenten zur Steuerung der Übertragung, Vermittlungseinrichtungen oder Netzwerkmanagement-Systeme. Je nach räumlicher Ausbreitung werden unterschieden:
- weltweite/internationale Carrier,
- nationale Carrier,
- regionale Carrier und
- lokale beziehungsweise Stadtnetz-Carrier.
Sie sind untereinander über Vermittlungsstellen verbunden, ihre Infrastruktur wird in
Rechenzentren gehostet. Dort unterhalten sie einen so genannten Point of Presence (POP), um sich mit anderen Carriern und Wertschöpfungspartnern zu verbinden beziehungsweise ihre Dienste an Kunden zu vermarkten. Zudem werden IP-Carrier nach dem Tier-System klassifiziert, das heißt je nach Größe ihres autonomen Systems in die Gruppen Tier 1 bis Tier 3 unterteilt.
Verfügt ein Rechenzentrum über eine hohe Konzentration an Carriern, kann das ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Wahl des Rechenzentrums-Partners bestimmter Unternehmen sein. Insbesondere für Unternehmen, die ein hohes Datenvolumen transportieren müssen, ist es wichtig, Zugang zu einer großen Anzahl an potenziellen Lieferanten zu haben. So erhalten die Kunden die bestmögliche Auswahl an Mietleitungen, IP-Transit und Peering -Arrangements und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Anzahl der Carrier im Rechenzentrum ist auch abhängig davon, ob dieses Carrier-neutral oder Carrier-bezogen betrieben wird.