(geringe Latenzzeit, Verzögerungszeit, Reaktionszeit, latenzarm)
Latenzzeit ist das Intervall zwischen einer verborgenen Aktion und einer sichtbaren verzögerten Reaktion. In einem technischen System steht sie für die Laufzeit eines technischen Signals vom Sender zum Ziel.
Die Latenzzeit ist aus verschiedenen Bereichen bekannt, zum Beispiel als Schrecksekunde, wenn im Straßenverkehr verzögert auf eine Notsituation reagiert wird. Für Fans von Computerspielen ist die Reaktionszeit des PC-Monitors ein entscheidendes Kaufkriterium. Auch bei Datenübertragungen gibt es technisch bedingte Verzögerungszeiten. Latenzzeit ist hier die Zeitspanne, die ein Datenpaket benötigt, um vom Absender zum Ziel zu gelangen. Für Verzögerungen sorgen beispielsweise Router entlang des Weges, die das Datenpaket verarbeiten und weiterleiten. Auch das Übertragungsmedium, also etwa Kupferkabel oder Glasfaser, spielt eine Rolle. Bemerkbar wird Latenz für den Anwender beispielsweise bei schlechten VoIP-Verbindungen. Diese leiden manchmal unter „High Latency”, also einer hohen Latenzzeit mit vielen Verzögerungen.
Für einige Branchen, wie etwa die Finanzindustrie, kann eine geringe Latenzzeit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Verzögerungen von wenigen Millisekunden sind für das Geschäftsmodell von Tradingfirmen bereits inakzeptabel und können zum Verlust hoher Geldsummen führen. Im elektronischen Handel werden Kursinformationen möglichst in Echtzeit benötigt, um diese innerhalb von Millisekunden auszuwerten und entsprechende Entscheidungen für die Anlagestrategie treffen zu können. Voraussetzung hierfür ist der Einsatz von State-of-the-Art-Technologie – nicht nur bei den Rechnern innerhalb des Unternehmens, sondern auch beim beauftragten Rechenzentrum s-Partner.
Ein weiteres wichtiges Kriterium für eine geringe Latenzzeit ist die schnelle, ausfallsichere und skalierbare Verbindung zu den gewünschten Partnern im Rechenzentrum, also eine gute Connectivity. Im Beispiel der Finanzindustrie ist es vorteilhaft, wenn sich Börsen, Broker, multilaterale Handelssysteme (MTFs) und andere Finanzmarktteilnehmer zu Interessensgemeinschaften wie dem Interxion Financial Hub zusammenschließen. Die physikalische Nähe führt zu kurzen Verbindungswegen und somit geringer Latenzzeit.